Grund- und Oberschule Nordkehdingen
Grund- und Oberschule Nordkehdingen

Presse

Quelle: Stader Tageblatt, 9. September 2017, S. 21.

Quelle: Stader Tageblatt, 7. September 2017, S. 23.

Quelle:  Mittwochs-Journal des Stader Tageblatts, 6. September 2017.

Quelle:  Stader Wochenblatt, 6. September 2017.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:  Stader Wochenblatt, 30. August 2017, S. 13.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:  Die Kehdinger, Nr. 127, S. 16.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:  Die Kehdinger, Nr. 127, S. 24.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:  Stader Tageblatt, 26. August 2017.

Quelle:  Stader Wochenblatt, 2. August 2017, S. 15.

Quelle:  Der NordDeutsche Schütze 5/17, S. 47.

Quelle: Stader Wochenblatt, 12. April 2017. Online unter: http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/ nordkehdingen/panorama/nils-kaschewski-ist-geographiebegeistert-d91337.html. 

Quelle: Neue Stader Wochenblatt, 1. November 2016.

Quelle: Werbung der GOBS Nordkehdingen.

Quelle: Werbung der GOBS Nordkehdingen.

Quelle: Werbung der GOBS Nordkehdingen.

Quelle: Neue Stader Wochenblatt, 31. August 2016.

Quelle: Neue Stader Wochenblatt, 18. Mai 2016.

Das Ende der Förderschule

 

STADE. Astrid-Lindgren-Schule in Freiburg ab August nur noch Förderzentrum.

 

Ab dem 1. August 2015 ist die Astrid- Lindgren-Schule keine Schule mehr. Eine Aufhebung der Landesschulbehörde wird die Existenz der so erfolgreichen Förderschule Lernen in Freiburg endgültig beenden. Das ist nicht mehr zu verhindern, weil eine Schule laut Schulgesetz mindestens zwölf Schüler braucht, diese Zahl erreicht die Schule bereits seit 2013 nicht mehr, seit 2014 gibt es dort überhaupt keine Schüler mehr. Die acht dort beheimateten Lehrkräfte unterstützen die Anstrengungen, die Schüler mit Lernschwierigkeiten an den allgemein bildenden Schulen in Kehdingen auf dem Weg der sogenannten Inklusion in regulären Klassen zu unterrichten. Da es in Freiburg an der Förderschule im Gegensatz zu den anderen drei vergleichbaren Schulen und Förderzentren in Stade, Buxtehude und Harsefeld bereits jetzt keine Schüler mehr gibt, liegt daran, dass die Astrid-Lindgren-Schule deutlich früher den Weg der Inklusion gegangen ist und in der Region damit Vorbild-Charakter besaß. Der Erfolg der Schule ist der Grund für ihr frühes Ende.

                       Im Kreis-Schulausschuss haben die Fraktionen derweil darüber diskutiert, ob der von der Landesschulbehörde vorgegeben Weg geeignet ist, den Standort in Freiburg als Förderzentrum, das jede Förderschule auch ist, ohne Schule am Leben zu erhalten. Auf diesem Weg sollen die Lehrer weiterhin die umliegenden Schulen von Freiburg aus unterstützen. Die Landesschulbehörde hat dies, wie das TAGEBLATT exklusiv berichtete, durch eine Ausnahmegenehmigung „einstweilen“ sicher gestellt. Formal gehören die Kehdinger Lehrer nach den Sommerferien zur Stader Fröbelschule.

Der Schulausschuss einigte sich am Ende, einen modifizierten CDU-Antrag zu empfehlen, der sich für den langfristigen Fortbestand der Schule einsetzt und den Kreis auffordert, die notwendigen Räume zur Verfügung zu stellen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

               Die Frage, wie es in Freiburg langfristig weitergeht, wird allerdings erst beantwortet werden können, wenn die nachgeordneten Ausführungen des in der vergangenen Woche verabschiedeten neuen Schulgesetzes fertig sind.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 12. Juni 2015

 

 

 

 

 

Kherim Fatnassi mit Dagmar Brauer-Winkler

und Ute Thomsen-Eggers vom Förderkreis.

 

Förderkreis sucht neue Mitglieder

 

FREIBURG. Im 35. Jahr seines Bestehens leidet der Förder- und Freundeskreis des Jugendzentrums unter Mitgliederschwund. 

          Von ehemals mehr als 100 Mitgliedern ist er auf 52 zusammengeschrumpft. Dabei leistet der Verein wertvolle Arbeit für die offene Jugendpflege. Im Sommer ist das Nordkehdinger Jugendzentrum bereits vier Jahre in Betrieb. Die Jugendarbeit läuft; vor allem seit Jugendpfleger Kherim Fatnassi vor zwei Jahren das Ruder übernommen hat. Er ist an den Nachmittagen für die Jugendlichen da, organisiert Feten oder Ausflüge, koordiniert das umfangreiche Ferienspaßprogramm und leistet Hilfestellung bei eigenen Angeboten in die Mitgliedsgemeinde, wie zuletzt in Krummendeich.

           Doch manche Angebote übersteigt sein Budget, etwa der Besuch der Karl-May-Festspiele in den Sommerferien oder, ganz aktuell, der Bau von Seifenkisten. „Alles, was ich hier on top mache, könnte ich nicht ohne Unterstützung des Fördervereins“, sagt Fatnassi. 2000 bis 3000 Euro steuert der Verein jährlich für die Jugendarbeit bei. „So bleiben die Angebote für alle bezahlbar“, sagt der Jugendpfleger.

           Seit 35 Jahren gibt es den eingetragenen Verein. Entstanden 1980 auf Initiative der damaligen Konfirmanden, die sich weiterhin treffen wollten. Vereinszweck ist die „Begleitung der Jugendlichen bei der Erschaffung und Erhaltung des Jugendzentrums“. Das gab es schon damals; erst im Pastorenkeller, dann im ehemaligen Gefängnis, dem heutigen Rathaus – selbstverwaltet und auch bei Erwachsenen beliebt. „Wenn da am Wochenende Livemusik war, kam man kaum noch rein“, erinnert sich Dagmar Brauer-Winkler.

            Als die Gemeinde in das alte Amtsgericht einzog, wurden die Jugendlichen heimatlos. Und die jahrelange Suche nach einer geeigneten Bleibe begann. Dagmar Winkler-Brauer und Ute Thomsen-Eggers, die heutigen Vorsitzenden, haben den Prozess über viel Jahre begleitet. „Richtig aktiv wurden wir erst Ende der 90er Jahre, als unsere Kinder in das Alter kamen“, erzählt Thomsen-Eggers. Das war die Zeit, als Freiburg in den Schlagzeilen war, weil sich in der Gaststätte „Zum Anker“ Rechtsradikale niederlassen wollten und bei Jugendlichen Anhänger fanden. „Weil sie nichts anderes im Ort hatten“, so Winkler-Brauer.

          Ein Runder Tisch, der zur Hälfte aus Mitgliedern des Förderkreises bestand, konnte verhindern, dass sich die Rechten in Freiburg ansiedelten. „Als wir das geschafft hatten, war klar, dass wir den Jugendlichen Alternativen anbieten müssen“, erzählt die erste Vorsitzende weiter. Viele Aktivitäten folgten: die Disco in der Schützenhalle, Kino im Kehdinger Hof, die Aktion Ferienspaß. Mit der Eröffnung des Jugendzentrums vor vier Jahren ist die Förderarbeit noch lange nicht zu Ende. „Damit wir das weiter leisten können, brauchen wir neue Mitglieder“, sagt Ute Thomsen-Eggers; gern auch Jüngere. Für den Sommer ist ein Grillfest beim Jugendzentrum geplant, zu dem alle Interessierten aus der Samtgemeinde eingeladen sind. Wer jetzt schon Kontakt aufnehmen möchte, kann dies bei Dagmar Brauer-Winkler, 0 47 79 / 452.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 05. Mai 2015.

 

Siehe auch: Förderverein.

 

 

 

 

 

 

Marga Cochu (v.li.), Claudia Bruns und Peter Haupt freuen sich, dass die Ober- und die Grundschule in Zukunft auch organsatorisch zusammen gehören.

 

 

Fehlende Schülerzahlen und Grundschulleitung erfordern neue Organsation


sum. Freiburg. Die Schüler der Oberschule Nordkehdingen und der Grundschule Freiburg lernen schon seit mehreren Jahren gemeinsam unter einem Dach. Doch mit dem kommenden Schuljahr 2015/16 werden beide Schulen auch organisatorisch zusammengelegt.
         Nach Auskunft des Oberschul-Leiters Peter Haupt ist dieser Schritt unter anderem erforderlich, da die Grundschulleitung auch nach dreimaliger Ausschreibung bis heute unbesetzt blieb und derzeit kommissarisch von Claudia Bruns ausgeübt wird. Er vermutet, dass das sowohl mit der Lage der Schule weit ab vom städtischen Bereich, als auch mit den geringen Verdienstmöglichkeiten trotz der hohen Ansprüche an diese Aufgabe zusammenhängt.
         Wichtig ist die Schul-Zusammenlegung jedoch auch aufgrund der stetig sinkenden Schülerzahl im ländlichen Raum. Noch besuchen 90 Kinder die Grundschule in Freiburg. „Doch wer weiß, wie die Situation in fünf Jahren aussieht“, erklärt Peter Haupt, „vielleicht wäre dann auch Freiburg von einer Schließung der Grundschule bedroht, weil weniger als 50 Kinder da sind.“ 
       Außerdem würde die Oberschule gerne den wichtigen Posten der „Didaktischen Leitung“ besetzen. Die entsprechend ausgebildete Führungskraft würde insbesondere Aufgaben im Bereich Qualitätsentwicklung und -sicherung des Unterrichts an der gesamten Schule übernehmen. Um die zusätzlichen Stunden von der Schulaufsichtsbehörde bewilligt zu bekommen, müssten aber mindestens 288 Schüler die Oberschule besuchen. An dieser Marke kratzt die Schule in Freiburg zwar, wird sie aber erst nach der Zusammenlegung beider Schulen erreichen.
      Lehrerschaft, Schulausschuss und Elternvertreter stehen gemeinschaftlich hinter dem Projekt und auch der Samtgemeinderat hat auf seiner letzten Sitzung dem Antrag auf Zusammenlegung zugestimmt. Jetzt fehlt nur noch das „grüne Licht“ der Schulaufsichtsbehörde. Und da sich der Schulalltag der Ober- und Grundschüler sowieso schon in einem Haus abspielt, muss sich lediglich das alte und neue Führungsteam ein wenig umorganisieren und dem „Kind einen Namen geben.“ Vielleicht gehen die Schüler ab dem kommenden Schule dann gemeinsam auf die „Grund- und Oberschule Nordkehdingen“.
       Das zukünftige Schulleiterteam ist auf jeden Fall begeistert: „Jetzt wachsen wir endgültig zusammen.“

 

Quelle: Kreiszeitung Wochenblatt, 25. März 2015.

 

 

 

 

 

Direkt an der Landesstraße 111 liegt die

Bushaltestelle Wechtern in Krummendeich.

Foto: Helfferich.

 

KRUMMENDEICH. Die Sicherheit an den Bushaltestellen ist immer wieder Thema im Krummendeicher Gemeinderat.

           Freitagnachmittag um 14.30 Uhr. Mit 100 Stundenkilometern und mehr rasen die Autos die Landesstraße 111 in Krummendeich entlang, nur einen Meter an der Bushaltestelle Wechtern vorbei. Auf dem schmalen Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Graben drängen sich neun Kinder mit ihren Schultaschen. Kein Licht, keine Einbuchtung sichert die Kinder. Kaum auszumalen, wie die Situation bei Dunkelheit am frühen Morgen ist.

             Zugegeben: Die Situation ist gestellt. So viele Kinder stehen selten auf einmal an dieser Stelle. Es sind nur wenige Schulkinder, die hier morgens einsteigen. Die meisten fahren in die andere Richtung, zum Gymnasium nach Hemmoor oder zur Oberschule nach Freiburg, und warten auf der anderen Straßenseite. Dort gibt es einen Rad- und Fußweg. Allerdings steigen viele Schüler am Mittag an besagter Haltestelle ohne Einbuchtung aus. Und manches Grundschulkind aus Krummendeich steigt hier früh morgens in den Bus nach Balje.

       Die Sicherheit an den Bushaltestellen ist immer wieder Thema im Krummendeicher Gemeinderat. Wo es möglich ist und eine Straßenlaterne in der Nähe steht, wurde für Beleuchtung gesorgt. In Wechtern fehlt eine Laterne zum Anzapfen. Stattdessen stellte die Gemeinde vor einigen Wochen an besonders gefährlichen Einstiegspunkten entlang der Kreisstraße 9 und der L 111 gelb-rote, reflektierende Warntonnen des Landkreises auf – finanziert aus Bußgeldern von Verkehrssündern. An der Kreisstraße stehen sie auch noch. Entlang der Landesstraße wurden sie von der Straßenmeisterei Otterndorf abmontiert, berichtete Bürgermeisterin Christiane von der Decken.

           Das Problem: Die Gemeinde hatte versäumt, die Straßenbaubehörde in Stade einzubeziehen. „Diese Tonnen sind keine offiziellen Schilder“, bemerkte der für die Landesstraßen zuständige Behördenleiter Hans-Jürgen Haase. Das heiße nicht, dass er die Aufstellung grundsätzlich ausschließe. „Allerdings möchten wir beteiligt werden“, betonte er, „es bedarf einer Abstimmung.“

           „Wir haben immer wieder versucht, hier wenigstens eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern durchzusetzen“, berichtete Ratsherr Holger Kuhlmann, dessen Kinder an der Haltestelle Wechtern einsteigen. Nach einem schweren Unfall in der Kurve habe es für eine Weile ein Tempolimit gegeben.

         Inzwischen sind die Schilder wieder abmontiert und die Autos rasen an den Schulkindern vorbei. „Wenn die Fähre in Wischhafen angelegt hat, reiht sich hier ein Auto an das andere“, berichtet von der Decken.

       Gemeinde und Eltern hoffen, bei der nächsten Verkehrsschau einbezogen zu werden. Etwa alle zwei Jahre nehmen bei solchen Verkehrsschauen Vertreter von Landkreis, Straßenbaubehörde, Polizei und Samtgemeindeverwaltung besondere Gefahrenpunkte in Augenschein und beraten sinnvolle Maßnahmen. Behördenleiter Haase ist für jeden Vorschlag offen: „Die Gemeinde soll ruhig auf uns zukommen.“

 

Quelle: Stader Tageblatt, Susanne Helfferich, 23. März 2015.

Ratssitzung in Rekordzeit

 

NORDKEHDINGEN. In weniger als 60 Minuten wickelte der Samtgemeinderat Nordkehdingen am Donnerstagabend seine Tagesordnung ab. So wurde der ausgeglichene Haushalt durchgewunken. Einzig Paul Willers (SPD) lehnte den Plan ab, weil durch die Erhöhung der Samtgemeindeumlage die Gemeinde Krummendeich weiter ins Defizit getrieben werde. Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke begründete die Erhöhung mit dem Wegfall von Schlüsselzuweisungen aufgrund der höheren Steuerkraft der Mitgliedsgemeinden. „Das holen wir uns über die Umlage wieder“, erklärte er, gab aber auch zu: „Gemeinden, die schwach sind, leiden darunter.“

             Es hätte dicker kommen können: Kurzfristig hatten sich einige Posten verändert. So wurde für den Kauf von 120 Brandschutzhosen und für digitale Funkmelder für die Feuerwehr 14 400 Euro mehr eingesetzt. Für die Seniorenarbeit, die nun bei der Samtgemeinde angesiedelt ist, sind 5000 Euro eingeplant. Diese Kosten sollten über eine zusätzliche Erhöhung der Umlage finanziert werden. „Aber da gab es mürrische Gesichter bei der Politik“, so Goedecke. Daraufhin habe die Verwaltung andere Positionen überprüft und bei der Straßenbewirtschaftung eingespart. Da habe es in den vergangenen Jahren stets einen Spielraum gegeben. Beschlossen wurde einstimmig die Zusammenlegung der Freiburger Grundschule mit der Oberschule zum kommenden Schuljahr. Die vakante Rektorenstelle der Grundschule konnte auch nach drei Ausschreibungen nicht besetzt werden. Eine Zusammenlegung der Schulen hat den Vorteil, dass die Schülerzahl steigt und damit vom Land zusätzliche Stunden für eine didaktische Leitung zugewiesen werden. Von allen Fraktionen wurde dieser Schritt als Stärkung des Schulstandortes gesehen. Ebenso stimmte der Samtgemeinderat zu, die Grundschule in eine offene Ganztagsschule umzuwandeln. Ab kommendem Schuljahr werden den Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen einmal wöchentlich bis 15.45 Uhr eine Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften angeboten.

Weitere Beschlüsse:

      Luca Marie Kijek aus Oederquart und Julia Hoehne aus Balje sind die neuen Schülervertreterinnen im Schulausschuss der Samtgemeinde. Klaus Breier wurde vom Rat für eine weitere Amtszeit von sechs Jahren zum stellvertretenden Ortsbrandmeister in Wischhafen ernannt. In Freiburg wird der 29-jährige Andreas Wichers zunächst kommissarisch die Leitung der Ortswehr übernehmen. Die erforderliche fachliche Eignung zum Ortsbrandmeister muss er noch erlangen. Der bisherige Ortsbrandmeister Kurt Rogge hatte im vergangenen Jahr sein Amt niedergelegt. Der Freiburger Hans-Jochim Eickmann wird weitere fünf Jahre als stellvertretender Schiedsmann ehrenamtlich in der Samtgemeinde tätig sein.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 7. März 2015, Hervorhebung durch GOBS.

Von der Elbe in die österreichischen Alpen

 

Die Nordkehdingen Oberschule fährt seit zehn Jahren in die Alpen zum Skifahren; damit es günstiger wird, seit drei Jahren gemeinsam mit anderen Schulen. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit sowohl das Skifahren wie auch das Snowboard-Fahren zu erlernen. Bei überwiegend schönem Wetter hatten die Freiburger Schüler Anfang Februar eine Woche mit vielen Erlebnissen auf der Piste wie auch bei gemeinsamen Abendveranstaltungen.

 

Quelle: Stader Tageblatt, Tageblatt on Tour, 6. März 2015.

Das sind die Neuen

 

FREIBURG. Freiburger Oberschule hat vier junge Kollegen und damit viel Kompetenz im Team.

 

Die Oberschule Freiburg konnte in diesem Jahr ihr Team aufstocken. Vier neue Kollegen unterrichten an der Schule, darunter zwei Lehrerinnen und ein Lehrer für Gymnasien. Ein Realschullehrer ist Experte für die Gefahren im Internet.

          Interessant ist, dass sich drei der vier gezielt an die Freiburger Schule beworben haben und dass sie alle aus anderen Bundesländern kommen. Wie Konrektorin Marga Cochu berichtet, hatte die Schulleitung die Auswahl. Es gab 30 Bewerbungen.

           Mit dem Neuzugang von Kristina Stracke wird ab kommendem Schuljahr erstmals Spanisch als zweite Fremdsprache angeboten. Derzeit lernen Kinder schon in einer Arbeitsgemeinschaft erste spanische Sätze. Das ist ein großer Gewinn für die Oberschule, denn Spanischlehrer sind gesucht.

Die 28-Jährige, die außerdem Englisch unterrichtet, bekam von Jakob Gorris den Tipp, sich in Freiburg zu bewerben. Die beiden kennen sich seit dem Referendariat. Der 29-jährige Gymnasiallehrer unterrichtet in Freiburg seit diesem Schuljahr Sport und GWS (Sozialwissenschaften und Wirtschaft). „In Nordrhein-Westfalen hatte ich eine Stelle als Vertretungslehrer. Ich suchte eine volle Stelle und wollte ans Meer.“ Da Freiburg nicht weit entfernt von Cuxhaven ist, bewarb er sich in Nordkehdingen. Aber es sprachen auch inhaltliche Gründe für die Bewerbung: „Ich fand das Konzept sinnvoll, in kleinen Klassen und differenziert nach Haupt- und Realschule zu unterrichten.“

           Die Differenzierung nach unterschiedlichen Schulformen war auch für Regina Sartorisio ein wesentlicher Aspekt. Die 45-jährige Mutter einer fast dreijährigen Tochter hatte zuletzt in Hamburg an einer Stadtteilschule unterrichtet, die ähnlich arbeitet wie die integrierten Gesamtschulen in Niedersachsen. „Ich finde es nicht sinnvoll, alle Kinder in einen Topf zu werfen“, sagt sie. Dass sie nun keine Gymnasialkinder unterrichtet, stört sie nicht. „Dafür kann ich endlich wieder Französisch unterrichten.“ Die letzten Jahre habe sie alle möglichen Fächer unterrichtet, nur nicht die, die sie studiert hat – Französisch, Englisch und Sport. Entscheidend für ihre Bewerbung war aber die Landluft. „Ich wollte raus aus der Großstadt“, sagt sie. Allerdings hat sie nicht den große Schritt gewagt: Sie arbeitet zwar in Freiburg, wohnt aber in der Kleinstadt Stade.

            Aus Bayern kam Slawomir Siewior nach Nordkehdingen. „Mit meiner Fächerkombination hat man in Bayern auch mit einen Einser-Examen keine Chance auf eine Anstellung“, sagt der 27-Jährige. Der Realschullehrer unterrichtet Deutsch und GWS. Da er das Wasser liebt, hat er alle freie Stellen in Nordsee-Nähe gegoogelt und stieß so auf die Freiburger Oberschule. „Was mich am meisten beeindruckt hat, war das Telefonat mit Peter Haupt“, erzählt Siewior. Der Rektor habe sich 50 Minuten Zeit genommen „und ich merkte, der wollte mich. Das war ein gutes Gefühl“. Diese Erfahrung deckt sich mit jener der anderen Neu-Lehrer. „Auch das Gespräch mit mir war offen und freundlich. Ich hatte gleich das Gefühl: In der Schule kann man sich wohl fühlen“, bestätigt auch Kristina Stracke.

            Worüber sich alle Kollegen freuen, sind die Freiräume, die ihnen die Schule bietet. „Man kann sich hier pädagogisch ausleben“, sagt Siewior. So konnte er kürzlich in allen Jahrgangsstufen Projekttage zu Cybermobbing anbieten. Schließlich ist er da Experte, hat er doch zu diesem Thema die erste deutschsprachige Studie verfasst. Und gemeinsam mit Kristina Stracke wird er demnächst eine Theater-AG anbieten.

 

Quelle: Stader Tageblatt, Tageblatt on Tour, 6. März 2015.

Schulbus lässt Kinder im Regen stehen

 

Wünschen sich, dass der Schulbus

nach der achten Stunde am 

Neuen Seeweg in Oederquart hält: 

Rike und Lydia Dodenhoff, Anna Horeis,

Wiebke und Hanna Kühlcke. Beneke

 

OEDERQUART/FREIBURG. Linie 2079 bringt Kinder aus Oederquart zur Oberschule nach Freiburg – aber nicht wieder nach Hause

 

Wenn Nick Reyels morgens um sieben Uhr in den Bus steigt, ist die Welt noch in Ordnung. Eine halbe Stunde braucht die Linie 2079 von der Oederquarter Siedlung Hohenlucht bis zur Oberschule nach Freiburg. Zum Problem wird dieselbe Route acht Stunden später. Der Schulbus, der den 14-Jährigen dann nach Hause bringen soll, fährt die Bushaltestelle Hohenlucht nicht an. So wie Nick Reyels geht es 25 Mädchen und Jungen aus dem Oederquarter Westen.

          Vor vier Jahren wurde die Freiburger Oberschule Ganztagsschule mit vier Tagen Unterricht am Nachmittag. Wenn die Schule um 15.45 Uhr endet, kommen nicht alle Kinder aus Oederquart mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Sie müssen einige Bushaltestellen vorher aussteigen und die restliche Strecke zu Fuß laufen.

           Gemeinsam mit der Schulelternratsvorsitzenden Alexandra Hellwege kämpfen die betroffenen Eltern für eine verlässliche Anbindung. Die Begründung der Landkreisverwaltung: Während der Schulbus die schmale Straße durch Hohenlucht und Kajedeich morgens problemlos passieren kann, soll die Strecke nachmittags plötzlich zu eng sein. Hintergrund: Vor Schulbeginn werden die Kinder mit einem Kleinbus abgeholt, nach Unterrichtsschluss wird auf der Strecke ein großes Linienfahrzeug eingesetzt. Das kann fünf Bushaltestellen nicht anfahren, weil die Straßen zu schmal sind und es keine Wendemöglichkeiten gibt. „Wir wohnen hier zwar am Ende der Welt, aber wir lassen uns nicht alles gefallen“, sagt Hellwege.

           Das große Fahrzeug werde am Nachmittag gar nicht benötigt, weiß die Elternratsvorsitzende. Denn nach dem Unterricht fahren nur diejenigen Schüler nach Hause, die morgens mit dem Kleinbus auf der Linie 2079 zur Schule gekommen sind. Nach der vierten, fünften und sechsten Stunde sei der Rücktransport „gar kein Problem“, sagt Hellwege. Da bringt der Kleinbus die Kinder nach Hause.

          „Uns wurde immer gesagt, dass die Kinder dort, wo sie morgens einsteigen, auch nachmittags wieder aussteigen“, erinnert Mutter Bianca Waller an ein Versprechen des Landkreises. Die Leidtragenden sind die Mädchen und Jungen, die eine Dreiviertelstunde später zu Hause sind, als es sein müsste. Nick Reyels steigt nun an der Landstraße 113 aus und legt den Weg in die Siedlung Hohenlucht zu Fuß zurück. Er spaziert entlang einer schmalen Straße – ohne Fußweg und adäquate Beleuchtung. Und da sei es auch schon zu gefährlichen Situationen gekommen, berichten die Schüler. Die Strecke wird vor allem von Landwirten und Lkw-Fahrern genutzt, die einen Obsthändler beliefern. Erlaubt sind 70 Stundenkilometer. Da bleibt den Kindern oft nur der Schritt in den matschigen Seitenstreifen.

Ein ähnliches Bild in Kajedeich: Hier laufen die Kinder direkt auf der Landstraße 113 nach Hause. Fußweg und Straßenlampen? Fehlanzeige. Stattdessen kaum ein Autofahrer, der sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern hält. „Ich verstehe gar nicht, dass man darüber diskutieren muss. Der Schulweg muss gesichert sein“, stellt Mutter Christina Horeis klar. Zuständig für die Schülerbeförderung ist die Kreisverwaltung. Dem Schulelternrat hat das Schulamt bereits eine Absage erteilt. Die für letzten Freitag angekündigte Antwort der Behörde auf eine TAGEBLATT-Anfrage stand bis Redaktionssschluss aus.

 

Quelle: Stader Tageblatt, Tageblatt on Tour, 6. März 2015

Leitungsteam für zwei Schulen

 

NORDKEHDINGEN/WISCHHAFEN. Einen großen Schritt wollen die Grundschule Freiburg und die Oberschule Freiburg machen – und zwar gemeinsam. Die Zusammenlegung der Schulen war am Donnerstagabend Thema im Schulausschuss der Samtgemeinde Nordkehdingen. Damit wird sich einiges ändern, aber noch mehr wird bleiben wie es ist.

             Claudia Bruns, kommissarische Leiterin der Grundschule, und Peter Haupt und Marga Cochu als Schulleiter der Oberschule warben für die Zusammenlegung. „Diese ist eine logische Konsequenz“, sagte Bruns. Das Land hatte die Schulleiterstelle der Grundschule Freiburg dreimal vergeblich ausgeschrieben – Grund für die mangelnde Resonanz ist die im Vergleich zum Arbeitspensum und zu anderen Schulformen schlechtere Bezahlung. Der Oberschule wiederum fehlen zwei Schüler, damit eine dritte Leitungsstelle für eine didaktische Leitung geschaffen werden kann. Eine solche gibt es erst ab einer Schülerzahl von 287 – bei einer Zusammenlegung kann somit ein starkes Team beide Schulen leiten.

                  Zwei einzelne Schulzweige sollen erhalten bleiben. „Wir nehmen Rücksicht auf besondere Bedürfnisse der Grundschüler“, erklärte Claudia Bruns. Die Kleinen behielten ihren geschützten Raum. Auch die Kollegien bleiben für sich gestellt, in der Schulleitung gibt es Ansprechpartner für den jeweiligen Schulzweig. Eigenständig arbeiten sollen auch Schulvorstände, Schulelternräte, Klassen- und die Fachkonferenzen und der Personalrat.

           Schon jetzt gebe es viele Anknüpfungspunkte: einen regen Austausch der Lehrer, die Lesepaten aus der Oberschule, die den Grundschülern zur Seite stehen, Busbegleiter und Schulsanitätsdienst, gemeinsame Lesungen. Bei der Politik stießen die Schulen auf offene Ohren. Der Schulvorstand und das Kollegium der Grundschule hatten für eine Zusammenlegung votiert und auch die Elternvertreter der Oberschule stehen dem Plan positiv gegenüber. Der Schulvorstand der Oberschule tagt erst noch. Mitgetragen werde der Schritt auch von der Landesschulbehörde, teilte Erika Hatecke von der Verwaltung mit.

                Vorsitzender Jonny Röndigs sah „den Schulstandort Freiburg“ gestärkt – einstimmig gab der Ausschuss die Empfehlung, die Schulen mit Beginn des nächsten Schuljahres zusammenzulegen. Davon unberührt bleibt die Initiative der Grundschule, ab August als offene Ganztagsschule an einem Wochentag nachmittags für Dritt- und Viertklässler Arbeitsgemeinschaften oder eine Hausaufgabenbetreuung anzubieten.

 

Quelle: Stader Tageblatt, Grit Klempow, 17. Februar 2015

 

 

 

 

Junglehrer Slawomir Siewior ist ein

Experte beim Thema Cyber-Mobbing. 

Foto Helfferich

 

Er kennt die Gefahren im Netz

 

FREIBURG. Vier neue Kollegen kamen in diesem Schuljahr an die Oberschule in Freiburg, alle vier aus anderen Bundesländern. Einer von ihnen ist Slawomir Siewior, der sich letzten Sommer aus Bayern nach Freiburg beworben hat. Der 27-Jährige ist nicht nur Realschullehrer für Deutsch und GSW (Geschichte, Politik und Erdkunde), sondern auch Fachmann für Aufklärung und Prävention in Sachen Cyber-Mobbing. Diese Woche hat er an zwei Projekttagen Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse sowie die Eltern über die Gefahren im Netz informiert. TAGEBLATT-Redakteurin Susanne Helfferich sprach mit dem Lehrer.

 

TAGEBLATT: Herr Siewior, Sie sind 27 Jahre alt. Wie haben Sie vor zehn Jahren Rechner, Handy und Internet genutzt?

Siewior: In meiner Schulzeit habe ich viel Zeit am Computer verbracht; und das von klein auf. Aber es gab ja noch nicht die Smartphones mit Internet-Verbindung zu jeder Zeit, an jedem Ort. Und Schüler VZ und so gab es zwar schon, wurden aber nicht intensiv genutzt.

 

TAGEBLATT: Aber auch vom heimischen Rechner aus kamen Sie ins weltweite Netz. Wann entwickelte sich da bei Ihnen ein Problembewusstsein?

Siewior: Mein fünf Jahre älterer Bruder hat beruflich mit Computern zu tun. Der hat schon sehr früh mein Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten geweckt. Da hat er mir eines Tages gezeigt, dass jede Internetseite, die ich in den letzten zweieinhalb Jahren besucht hatte, durch meinen Mailaccount gespeichert und aufgelistet wurde. Da war ich 13 Jahre alt.

 

TAGEBLATT: Was macht Facebook und das Chatten im Netz gerade für Jugendliche so gefährlich?

Siewior: Soziale Netzwerke und Apps, wie beispielsweise Facebook oder Whatsapp, sammeln sehr viele Daten über die oft jugendlichen Nutzer. So können durch eine unbedachte Nutzung, verfasste Mitteilungen und Nachrichten der Standort ermittelt sowie Nachrichtenverläufe nachverfolgt werden. Dadurch können potenzielle Straftäter, etwa anhand eines Bildes und ein paar Mitteilungen, herausfinden, wann ein Mädchen alleine zu Hause ist und wann es wo aus dem Bus steigt. Ebenfalls müssen Jugendliche in naher Zukunft damit rechnen, dass sie jederzeit gefilmt oder fotografiert werden könnten und deshalb lernen, wie sie sich in der Öffentlichkeit verhalten, denn ein hochgeladenes Bild kann oft nicht mehr gelöscht werden. Zudem lassen sich diese Bilder zum Negativen verändern. Insbesondere jugendliche Nutzer sollten daher darauf achten, dass sie einen geringen digitalen Fingerabdruck hinterlassen, um möglichen Problemen vorzubeugen.

 

TAGEBLATT: Was genau ist Cyber-Mobbing?

Siewior: Prinzipiell geht es um alles, was sich im Internet abspielen kann: Wenn Schüler gehänselt werden; wenn irgendwie der Ruf beschädigt wird; wenn Bilder verbreitet werden, von denen es der betroffene Schüler nicht möchte; wenn Unwahrheiten verbreitet werden – alles, was das Leben eines Kindes zerstören kann.

 

TAGEBLATT: Wie kamen Sie zu diesem Thema?

Siewior: Während meines Lehramtsstudiums musste ich eine Zulassungsarbeit schreiben und beschäftigte mich dafür mit Entwicklungsauffälligkeiten bei Jugendlichen. Ein Dozent berichtete dann von dem Fall Megan Meier aus den USA. Ein Mädchen, das im Alter von 13 Jahren im Internet gemobbt wurde und sich das Leben nahm. Die Geschichte hatte mich schockiert und mein Dozent suchte jemanden, der zu diesem Thema eine Arbeit schreiben wollte. Es war die erste umfassende deutschsprachige Studie zu dem Thema und wurde auch als Buch veröffentlicht.

 

TAGEBLATT: Wie viele Kinder und Jugendliche sind von Cyber-Mobbing betroffen?

Siewior: In meiner Studie für meine Zulassungsarbeit mit 14- und 15-jährigen Jugendlichen habe ich 2011 herausgefunden, dass ein bis drei Schülerinnen oder Schüler pro Klasse an Cyber-Mobbing beteiligt sind, oft als Täter und Opfer. Das sind ähnliche Zahlen, wie wir Sie aus den USA kennen.

 

TAGEBLATT: Wohin geht die Entwicklung?

Siewior: Cyber-Grooming, das Anbahnen von sexuellen Kontakten im Internet, verbreitet sich. Wöchentlich werden 20 000 unmoralische Bilder im Internet platziert. Etwa 30 Prozent der Jugendlichen sind bereits in dieser Richtung angeschrieben worden. Ein ganz neuer und besorgniserregender Trend ist das Sexting, bei dem auch Nacktbilder versendet werden. In Amerika bedeutet es, wenn man da nicht mitmacht, gehört man nicht dazu. Das hat den Status wie früher der erste Kuss – mit ganz fatalen Folgen, da das Bewusstsein für die Gefahren oft nicht vorherrscht. Und ich mag mir noch nicht ausmalen, was „Google Glass“ möglich machen könnte, da es sich zwar um eine technische Neuheit handelt, die einen großen Nutzen hat, datenschutztechnisch allerdings sehr bedenklich ist, da ich jederzeit ohne mein Wissen gefilmt und aufgenommen werden könnte.

 

TAGEBLATT: Sie haben bei Ihrem Vortrag die Schüler mit mehr oder weniger peinlichen eigenen Fotos konfrontiert, die Sie im Internet gefunden haben. Wie lange dauert es solche Bilder zu finden?

Siewior: Nicht lange. Wenn ich einen Schüler gefunden habe, komme ich über dessen Freunde an die anderen Bilder. Das dauert vielleicht eine halbe Stunde. Das Gute daran ist: Dann merken die Schüler, dass jeder kommen kann, diese Bilder nehmen und irgend etwas damit machen kann. Dann fangen sie plötzlich an, darüber nachzudenken, welche Bilder sie bei Facebook gepostet haben. Und sie müssen wissen: Wenn ihnen jemand schaden möchte, kann er es im Internet.

 

TAGEBLATT: Wie reagiert man als Lehrer oder als Eltern auf die Entwicklung?

Siewior: Kollegen sollten das Thema aufgreifen. Wenn sie sich selbst nicht damit auskennen, können sie sich jemanden dazu holen. Auch gibt es für Lehrer die Seite www.klicksave.eu mit vielen Unterrichtsmaterialien. Eltern kann ich nur raten: Der wichtigste Baustein ist, dass die Kinder selbstbewusst werden. Sie sollten an Sport oder Musikinstrumente herangeführt werden, worüber sie sich Bestärkung holen können. Je selbstbewusster ein Kind ist, desto weniger gefährdet ist es, Täter oder Opfer zu werden. Zum zweiten müssen Eltern mit ihren Kindern über ihre Internetnutzung reden und gemeinsam Regeln aufstellen, die dann aber auch konsequent durchgesetzt werden sollten.

 

TAGEBLATT: Was halten Sie von einem Verbot?

Siewior: Es wäre völlig falsch, das Internet, Facebook oder Smartphones zu verbieten. Tatsache ist: Wer nicht bei Facebook oder Whatsapp ist, gehört nicht zur Klassengemeinschaft. Wobei Facebook für Jugendliche immer uninteressanter wird, da dort inzwischen zu viele Lehrer und Eltern unterwegs sind. Aber fast jede Klasse hat ihre eigene Whatsapp-Gruppe. Kinder müssen lernen, mit dem Internet und seinen Gefahren umzugehen. Es ist eine Gratwanderung für Eltern, den Kindern die notwendige Freiheit zu geben, aber dabei die Aufsichtspflicht zu erfüllen, ohne zu weit zu gehen. Für das Kind gibt es nichts Schlimmeres, als wenn die Eltern aufs Handy schauen. Das ist für sie ähnlich intim wie früher das Tagebuch. Aber habe ja leicht reden, ich habe noch keine Kinder...

 

Weitere Informationen zu dem Thema sind auf der Internetseite von Slawomir Siewior zu finden. Einen Filmbeitrag zum Thema sehen Sie bei TAGEBLATT-online. www.stop-the-mob.de

 

Siehe auch: Filmbeitrag des Stader Tageblatts.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 12. Februar 2015.

Lebensnah: Oberschule Nordkehdingen hat eine praktische Antwort auf den Lehrermangel gefunden

 

sum. Freiburg. Während die meisten Schüler Freitagnachmittag das geliebte Wochenende einläuten, machen sich einige Schüler aus Freiburg auf den Weg zum örtlichen Seniorenheim, um dort ihre „Sozialstunden“ abzuleisten. Auch wenn der Name es vermuten lässt, haben die Pennäler nichts „ausgefressen“, sondern in ihrer Schule das Profilfach „Gesundheit und Soziales“ belegt. 


Laut Auskunft des Niedersächsischen Kultusministeriums sollen Realschulen den Neunt- und Zehntklässlern im Wahlpflichtbereich mindestens ein Profilfach aus den Gebieten Sprachen, Wirtschaft, Technik oder Gesundheit und Soziales anbieten. Die Schüler können sich so ihren Neigungen entsprechend optimal unterrichten lassen und sich auf eine spätere Ausbildung vorbereiten. 

Die Oberschule Nordkehdingen in Freiburg an der Elbe ist eine der wenigen Schulen im Landkreis Stade, die schon seit mehreren Jahren mit diesem Profilangebot arbeitet. Wegen des Lehrermangels gibt es aber neben dem Sprachangebot Französisch, für das sich die Schüler bereits in der sechsten Klasse entscheiden, nur das Profilfach „Gesundheit und Soziales“. Sehr zum Leidwesen gerade der Jungs, die lieber die Bereiche Technik oder Wirtschaft gewählt hätten. Fachlehrer Randolf Nettner erklärt: „Natürlich würden wir auch gerne das Profil Technik anbieten. Doch die Suche nach Lehrkräften gestaltet sich schwierig.“

Daher müssen sich die Schüler aus Freiburg mit dem einzigen Profilangebot „Gesundheit und Soziales“ arrangieren. Während in der neunten Klasse vier Stunden Fachunterricht angesagt sind, geht es in der zehnten Klasse raus in die Praxis. Auch hier hat der Lehrermangel für diese praktische Lösung gesorgt. Zwei Stunden wöchentlich müssen sich die Schüler entweder schulintern als Sport-Assistenzlehrer, Betreuer einer Arbeitsgemeinschaft, Spielzeug-Ausleiher, Sanitäter im schulmedizinischen Dienst oder Nachhilfelehrer unter Beweis stellen. 

Die Schüler können aber auch außerhalb der Schule in einer gemeinnützigen Einrichtung mitarbeiten. Ob Sportverein, Konfirmandenunterricht, Kindergarten, Bücherei oder Seniorenheim, die Realschüler sind in den örtlichen Einrichtungen gern gesehene Helfer. 

"Einerseits werden so ohne zusätzliche Lehrerstunden einhundert Prozent des Profiles erfüllt," erklärt Schulleiterin Marga Cochu, "zum anderen lernen die Schüler, Verantwortung für sich und das Gemeinwesen zu übernehmen."

 

Quelle: Mittwochsjournal, November 2014.

Abschied vom Mittelalterdorf "Op de Hörn"

 

BALJE. Zum achtzehnten Mal lud am Sonnabend die Freiburger Oberschule zum Fest im Mittelalterdorf „Op de Hörn“ ein. Doch diesmal machte sich Wehmut breit. Die Schule zieht sich zum Jahresende aus dem Projekt zurück. Die Zukunft ist ungewiss.

           18 Jahre ist es her, da haben Schüler und Lehrer der damaligen Orientierungsstufe Freiburg und Nordkehdinger Bürger gemeinsam das Dorf auf dem Hofgelände der Familie von Zedlitz aufgebaut. Hier erlebten Schülergenerationen ganz praktisch Geschichte; erfuhren in acht Werkstätten, mit welch einfachen Mitteln anno dazumal Handwerker arbeiteten; lernten an Projekttagen, sich in mittelalterliche Gesellschaftsformen einzuordnen und deren Regeln zu befolgen. Neben der Freiburger Schule nutzte das Schwedenspeichermuseum in Stade über viele Jahre die Einrichtung und bot auswärtigen Schulen Projekttage an. Einmal im Jahr wurde das Dorf zum Mittelalterfest für die Öffentlichkeit geöffnet.

                 Das ist nun vorbei. „Die Schule hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Wir sind Oberschule und Ganztagsschule. Die Belastung für das Kollegium ist eine andere als Mitte der 1990er Jahre“, erklärt Schulleiter Peter Haupt. Außerdem verließen allmählich die letzten Kollegen, die damals das Mittelalterdorf ins Leben gerufen hatten und über die Jahre betreuten, die Schule. Und auch der Schwedenspeicher habe sich zurückgezogen.

„Wir können nicht mehr hier in Hörne für Projekttage mit zehn Kollegen auflaufen und in Freiburg fällt Unterricht aus. Da machen auch die Eltern nicht mehr mit“, so der Rektor. Außerdem stünden aufwendige Reparaturen an. Auch das könne Schule nicht leisten.

            Die Hoffnung liegt jetzt bei Wolfgang Gölzer. Der Vorsitzende des Fördervereins und Ehemann einer der Lehrerinnen will aus dem Förder- einen Trägerverein machen und das Mittelalterdorf auch touristisch nutzen. „Wir können hier Märkte anbieten, Kindergeburtstage ausrichten, Kulturveranstaltungen machen. Der Ort bietet viele Möglichkeiten.“ Er will nun in den nächsten Wochen Gespräche mit der Eigentümerfamilie und mit möglichen Unterstützern führen. So hat sich bereits eine promovierte Archäologin gemeldet.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 21. Juli 2014.

 

 

 

Ergreifend und eindringlich:

Die Lesung von Sally Perel

im Freiburger Kornspeicher.

Foto Petersen

 

Unterricht mit Zeitzeugen

 

FREIBURG. Sally Perel, Autor des autobiographischen Bestsellers „Ich war der Hitlerjunge Salomon“, las vor 160 Schülerinnen und Schülern der Oberschule Nordkehdingen im Freiburger Kornspeicher. Was als Lesung angekündigt war, erwies sich schnell als eine atemraubende Erzählung aus dem Leben des Holocaust- Überlebenden.

      Von der ersten Minute zog Sally Perel die Schüler in seinen Bann. Mucksmäuschenstill folgten die Mädchen und Jungen fast zwei Stunden dem ergreifenden Vortrag des 89-jährigen Autors aus Israel.

Perel, 1925 im niedersächsischen Peine geboren, hat den Nationalsozialismus überlebt, weil er über die gesamte Kriegszeit erfolgreich seine jüdische Abstammung verheimlichen konnte. Im sowjetisch besetzten Teil Ostpolens wird ein kinderloser Deutscher Offizier auf den vermeintlichen „volksdeutschen“ Waisenjungen aufmerksam. Er will den klugen Jungen, der die Einheit schon seit Monaten als Dolmetscher begleitete, adoptieren. Vorher soll Josef, so nannte sich Perel, seit er beim deutschen Militär war, einen Schulabschluss erwerben und wird nach Braunschweig ausgerechnet an eine HJ-Schule gebracht. Als Schüler dieser Schule und dann auch als Hitlerjunge ist er dem ständigen Einfluss nationalsozialistischer Ideologie ausgesetzt. Zwei Identitäten, die gegensätzlicher kaum sein können, und dazu die ständige Angst vor Enttarnung belasten den Jungen bis an die Grenzen des Erträglichen. 

       Nach Kriegsende geht Sally Perel nach Israel. Über 40 Jahre schweigt er über seine traumatischen Erlebnisse, bis er 1990 seine Geschichte veröffentlicht. Sein Buch erscheint in Deutschland im Jahre 1992. Seitdem begibt Sally Perel sich mehrmals im Jahr auf Lesereisen durch Deutschland. Zum Abschluss seiner Vorträge vor Schülern erteilt er stets den Auftrag: „Tragt weiter, was ihr heute gelernt habt, sorgt dafür, dass sich dieser Teil der Geschichte nie wiederholt“.

 

Buchtipp: „Ich war Hitlerjunge Salomon“; Taschenbuch, 240 Seiten; ISBN: 978-3-453-06512-3; Verlag: Heyne.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 30. Juni 2014.

Viertklässler testen Oberschule

 

FREIBURG. Kreativität rund um das geschriebene Wort war Thema der Projektwoche in der Oberschule Nordkehdingen vom 19. bis 23. Mai. Doch die Schulgemeinschaft blieb mit ihrer Projektarbeit nicht für sich. Erstmals wurden zum letzten Projekttag alle künftigen Fünftklässler eingeladen. Einschließlich eines gemeinsamen Mittagessens in der Schulmensa.

      Vom Buchstaben zum Wort zum Text – dass das nicht nur Lesefutter bietet, sondern Vorlagen für ungeahnte Kreativität, zeigte sich während der fünf Projekttage. Da entstanden Obstschalen aus Zeitungspapier, Deko-Kürbisse aus Buchseiten, es wurde nach Rezepten gekocht und gemixt, ein Hörspiel wurde geschrieben, ebenso ein Reiseführer, Gedichte vertont und vorgetragen.

Und es gab ganz Schreibwütige: Michelle Neumann, Hanna Kühlcke und Svea Jürs drängten ihren Lehrer Benjamin Schägner so lange, bis er nachgab und sie in ihrer Idee, eine Zeitung über die Projektwoche herauszugeben, unterstützte.

     Er hatte das Thema „Zeitungen und Zeitschriften“ angeboten. „Ich hatte mir eigentlich einen Online-Nachrichtendienst vorgestellt, aber die drei wollten unbedingt eine richtige Zeitung machen. Das darf man ja nicht ausbremsen“, so Schägner.

      Entstanden ist der „Schulfest Express“, eine neunseitige Ausgabe mit Berichten aus den einzelnen Projekten, die am Freitag druckfrisch verteilt wurde. Svea punktete zudem bei den Jungs: Sie schrieb noch zwei Berichte über das DFB-Pokal-Finale und den HSV-Klassenerhalt.

    Das Kollegium nahm die Projektwoche aber auch zum Anlass, die künftigen Fünftklässler einzuladen, um ihre neue Schule kennen zu lernen. So wuselten am Freitag 67 Viertklässler durch das Schulgebäude. Damit sie nicht verloren gingen, übernahmen Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassen kleinere Gruppen und begleiteten sie bei einer Rallye durch die Schule. So auch Stephan Schaar. Er hatte drei Jungs im Schlepptau: zwei Lucas und einen Torge. Zu lösen waren da gerade zwei Rallye-Aufgaben: „Wie lautet die Telefonnummer der Schule und wie heißen die Schulsprecher? „Da geht ihr am besten zur Sekretärin, Frau Möller, und fragt sie. Die müsste das wissen“, schickte der 16-Jährige die Lütten los. „Die sollen ja Eigenverantwortung lernen“, erklärte er. Luca Dreyer meisterte die Aufgabe mit Bravour und lernte dabei ganz nebenbei die Schaltstelle des Schule kennen, das Sekretariat.

        Neuntklässler Stephan Schaar war mit Überzeugung dabei. „Das ist schon eine tolle Schule. Integration ist für uns wichtig, wir haben ja auch die Förderschule hier. Und gut ist auch, dass die Schule nicht so groß ist. Da kennen sich alle und man findet sich gut zurecht.“ Der 16-Jährige muss es wissen. Als Schaustellerkind hat er auf Tour schon andere Schulen kennen gelernt.

        Gefallen hat der Schnuppertag auch Madlen, Tjara und Anna aus der Freiburger Grundschule. „Wir finden toll, dass wir hier malen und basteln können“, meinten sie. Leider gibt es nicht nur Projekttage in der Oberschule...

 

Quelle: Stader Tageblatt, 30. Mai 2014.

 

 

Job und Kinderbetreuung unter einem Dach.

Lehrerfrau Sabine Lerchl (links) und Lehrerin

Claudia Hardekopf (Mitte) fühlen ihre Kinder bei

Tagesmutter Nicole Wesseloh (rechts) gut aufgehoben.

Foto Helfferich

 

Freiburg holt Tagesmutter in die Schule

 

FREIBURG. Als erste Schule im Landkreis bietet die Oberschule Nordkehdingen eine Tagespflegestelle für Lehrerkinder an. 

          Wieder einmal ist die Oberschule Nordkehdingen Vorreiter. Seit Beginn dieses Schulhalbjahres bietet sie – als erste Schule im Landkreis – gemeinsam mit dem Schulträger eine Tagespflegestelle für Lehrerkinder an. So gelingt den jungen Müttern und Vätern im Kollegium deutlich früher die Rückkehr ans Lehrerpult. Drei Kinder zwischen einem und zweieinhalb Jahren werden derzeit in der „Krümelkiste“ betreut.

        „Eigentlich sollte jeder größere Arbeitgeber eine Kinderbetreuung anbieten, um den Eltern den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern“, sagt Rektor Peter Haupt. Nur so könnten qualifizierte Arbeitskräfte gehalten und junge Paare zur Entscheidung für ein Kind bewegt werden. Den Schulleiter trieb darüber hinaus eine weitere Motivation: Die Lage Freiburgs führt nicht gerade zu einer Lehrerschwemme in Nordkehdingen. „Natürlich erhoffe ich mir auch einen Standortvorteil.“

    Als sich Junglehrer Martin Lerchl im vergangenen Jahr bei ihm vorstellte, war die Tagespflegestelle bereits im Gespräch. Der Realschullehrer aus Rheinland-Pfalz suchte in Niedersachsen eine feste Stelle, die es in seiner Heimat seit langem nicht mehr für Lehrer gibt. „Hier hatte ich 20 Schulen zur Auswahl und Freiburg gefiel mir am besten“, sagt er. Ein Argument sei auch die Kinderbetreuung vor Ort gewesen. „Es ist schon toll, dass ich in der Pause mal nach der Kleinen sehen kann.“ So zog die junge Familie mit Sack und Pack in den hohen Norden.

      Seine Tochter Sorya ist zwei Jahre und vier Monate alt. Sie fühlt sich sichtlich wohl mit ihren Tagesgeschwistern Henri und Noah. Seit Januar wurden die Kinder an die neue Umgebung gewöhnt. Für Sabine Lerchl ist die Betreuung in der Schule ihres Mannes ideal. Sie arbeitet als Kreditreferentin einer Leasinggesellschaft im Homeoffice zu Hause. „So habe ich jeden Tag ein paar Stunden Ruhe für meine Arbeit.“

     Deutlich früher als beim ersten Kind konnte Claudia Hardekopf als Lehrerin an die Schule zurückkehren. Henri ist ein Jahr alt und geht morgens mit Mama zur Schule, nachdem der vierjährige Bruder im Krummendeicher Kindergarten abgegeben wurde. „Klar hätte ich mir auch selbst eine Tagesmutter suchen können, aber so erspare ich es mir, am Morgen zwei Stellen anfahren zu müssen.“ Ein weiterer Vorteil der Tagespflegestelle in der Schule: Für Nachmittagskonferenzen kann die Lehrerin den älteren Sohn ebenfalls mitbringen. Dieses Angebot richte sich an alle Kollegen mit kleinen Kindern, betont Haupt. „Gerade in Ganztagsschulen ist eine solche Möglichkeit wichtig, damit die Kolleginnen ihren Beruf vernünftig machen können.“

      Die Tagesmutter Nicole Wesseloh rechnet mit den Eltern direkt ab. Noch gibt es Platz für zwei weitere Kinder und es müssen keine Lehrerkinder sein. „Ich darf neben meinen eigenen Kindern fünf Kinder zeitgleich betreuen“, sagt sie. Wenn der Bedarf darüber hinaus gehe, könne mit einer zweiten Tagespflegeperson in der Schule eine Großpflegestelle eingerichtet werden. Außerdem wird überlegt, Schülerinnen der 10. Klasse mit Profil „Gesundheit und Soziales“ einzubinden.

     Die Voraussetzungen in Freiburg sind ideal, da nach dem Auslaufen der Kooperation mit der Lebenshilfe ein Raum mit Küchenzeile frei geworden ist. Der Schulträger war sofort mit im Boot. „Wir freuen uns über die gute Idee unserer Oberschule“, bestätigt Hauptamtsleiterin Erika Hatecke. Die Verwaltung stellt den Raum kostenfrei zur Verfügung und finanzierte über den Schuletat Ausstattung und Inventar. „Vielleicht können wir so Lehrkräfte und ihre Familien nach Freiburg locken.“

     Nach ihrer und der Kenntnis des zuständigen Dezernenten der Landesschulbehörde, Joachim Schwebe, ist die Nordkehdinger Oberschule die einzige Schule im Landkreis, die eine Tagespflegestelle anbietet. Allerdings nicht die erste: In den 60er Jahren soll der Rektor Seidensticker an der Pestalozzischule in Stade ebenfalls eine Kinderbetreuung für seine Kolleginnen angeboten haben.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 19. Februar 2014.

Freiburger Lehrer ist Medienberater

 

Der Krummendeicher Clemens Lange, Lehrer an der Oberschule Nordkehdingen, ist neuer medienpädagogischer Berater im Medienzentrum des Landkreises Cuxhaven. Der Lehrer für Mathematik, Englisch und Musik ist für diesen Job mit 14 Unterrichtsstunden abgeordnet. Lange hatte für die Freiburger Schule ein neues Medienkonzept mit LAN-Vernetzung erarbeitet. In seinem neuen Aufgabengebiet berät er Schulen und Lehrkräfte und baut die Kooperation der Schulen untereinander und mit Kindergärten aus.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 14. Januar 2014.

 

 


 

 

Very british war das Essen
kürzlich in der Freiburger Schule.
 
In Freiburg gibt es Essen aus aller Welt
 

FREIBURG. Kürzlich lief der kulinarische Verkehr in der Mensa der Oberschule Nordkehdingen in Freiburg links herum. Denn in dieser Woche wurden nur typisch britische Gerichte von der hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin Anna-Lena Funck zubereitet. So konnten sich die Schüler und Schülerinnen über Fish & Chips sowie Shepard’s Pie freuen. Auch für landestypischen Nachtisch war gesorgt: Ob nun Banana Cake, Apple Crumble oder Trifle – alle waren sich einig: „Englisches Essen schmeckt ja doch!“

        Initiiert wurde die sehr erfolgreiche britische Themenwoche in der Mensa von der Englisch-Fachschaft der Schule, die mit dem Vorurteil aufräumen wollte, dass die Briten nichts von Essen verstehen würden. Es sind bereits weitere Aktionen in Planung. So soll es beispielsweise eine asiatische, italienische oder bayrische Themenwoche geben. Schulleiter Peter Haupt – gebürtiger Österreicher – hat sich für österreichische Gerichte ausgesprochen und mit Augenzwinkern versprochen, diese in Rahmen eines Show-Kochens mit der Mensa-Fachkraft gemeinsam zuzubereiten.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 12. Dezember 2013.

Kooperation mit der Lebenshilfe beendet

 

FREIBURG. Nach elf Jahren gemeinsamer Arbeit ging mit dem Schuljahr die Kooperation mit der Lebenshilfe in der Oberschule Nordkehdingen zu Ende. Im Jahre 2002 hatte es eine Anfrage an die damalige Orientierungsstufe gegeben, ob sie bereit sei, eine Gruppe von Lebenshilfekindern aufzunehmen, die in Assel mit der Grundschule kooperierten. Schulleiter Wolfgang Schaar und das Kollegium entschieden schnell, die Herausforderung anzunehmen.

            Die Lebenshilfe bekam ihren eigenen Raum, Jacqueline Buchholz ging mit ihrer Klasse die Kooperation ein und die Kinder nahmen in einigen Fächern am Unterricht der OS teil. Die übrige Zeit wurden sie von Christiane Semken und Birgit Herrmann beschult. Fast immer gab es Zivis zur Unterstützung. Es waren durchgängig sechs bis acht Schülerinnen und Schüler in der Lebenshilfeklasse. „Alles lief problemlos“, erinnert sich die Konrektorin der Oberschule Marga Cochu.

            Nach zwei Jahren gab es wieder die Frage: „Seid ihr bereit?“ Dieses Mal war die Haupt- und Realschule Kehdingen unter der Leitung von Jörg Petersen gefragt. Da sich mit Annemarie Gölzer und Marga Cochu zwei Lehrerinnen bereitfanden zu kooperieren, konnte es weitergehen. „Die Klassen lernten und spielten gemeinsam, machten eine gemeinsame Klassenfahrt nach Rügen, führten gemeinsam Projekttage durch und lernten viel von und übereinander“, erzählt Cochu.

           So lernten nach anfänglicher Skepsis die Schüler Hilfsbereitschaft und Toleranz. „Es gab nie wieder die Frage, ob es weiter gehen kann, auch nicht als die Oberschule unter der Leitung von Peter Haupt das Zepter führte.“

     Nun ist sie vorbei, die Zeit in der Oberschule Nordkehdingen. Die Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe und mit ihr die Kooperationsklassen laufen aus. „Eine Traurigkeit macht sich breit unter allen Beteiligten nachdem auch die letzten nun die Schule ganz verlassen haben und nun in die Arbeitswelt eintauchen“, sagt die Konrektorin, „was bleibt, sind die Erinnerungen an ein harmonisches Miteinander“.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 29. Juni 2013.

Freuen sich über den Geldsegen (von links hinten): Baljes Bürgermeister Hermann Bösch, Baljes Schützenpräsident Heinz- Wilhelm Tecklenburg, Wischhafens Bürgermeister Bernd Tietje und Oederquarts Bürgermeister Heinz Mahler, vorne von links: Nordkehdingens Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke, die Konrektorin der Nordkehdinger Oberschule Marga Cochu und der Filialleiter der Freiburger Kreissparkasse Hauke Johannsen, vom Förderverein „Wi helpt“ Werner Rücker. Hamann

 

Die Bürgerstiftung verteilt ihre Erlöse
 

FREIBURG. Der Musikunterricht besitzt im Lehrplan der Nordkehdinger Oberschule in Freiburg zur Zeit keinen allzu großen Stellenwert. Dies soll sich jetzt, zumindest für das nächste halbe Jahr, ändern. Durch eine zusätzliche Lehrkraft aus der Wingst und dem Kauf einiger Instrumente soll das musikalische Angebot erheblich erweitert werden. Möglich machte dies die Bürgerstiftung der Kreissparkaase Stade, aus deren Erlösen die Samtgemeinde Nordkehdingen mit 3680 Euro bedacht wurde. Den obligatorischen großen Scheck übergab der Leiter der Freiburger KSK Filiale Hauke Johannsen jetzt an Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke. Der hatte mit den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden (Für Krummendeich Paul Willers) über die Spendeverteilung entschieden. 2580 Euro gehen an die Musik AG der Oberschule in Freiburg, je 200 Euro an die Kindergärten in Balje und Freiburg, und den Baljer Schützenverein. 500 Euro an den Förderverein „Wi helpt“. (gha)

 

Quelle: Stader Tageblatt online, 24. April 2013.

 

Anmerkung: Die "Bürgerstiftung Oederquart" stiftete der Schule ebenfalls 1000 € für die Musik-AG.

Fünf Schüler zu wenig in Freiburg


Oberschule muss auf Didaktische Leitung verzichten

FREIBURG. Fünf Schüler zu wenig hat die Oberschule Nordkehdingen für einen didaktischen Leiter. Das wurde kürzlich im Ausschuss für Schule, Sport, Jugend, Kultur und Soziales der Samtgemeinde berichtet. Die Funktionsstelle gehört zur Schulleitung und war für viele Schulen in Niedersachsen vor zwei Jahren Anreiz, Oberschule zu werden. So auch in Freiburg. Nach einigem Hin und Her wegen der knappen Schülerzahlen schrieb die Landesschulbehörde die Stelle im Sommer 2012 aus. Obwohl auch damals schon vier Schüler zur erforderlichen Grenze von 288 Schülerinnen und Schülern fehlten, so die Konrektorin Marga Cochu.
            Prompt bewarb sich ein Lehrer aus dem Haus - der einzige Bewerber. Nach Einspruch der Gleichstellungsbeauftragten, dass eine weibliche Bewerberin fehle, gab es einen zweiten Suchlauf; mit demselben Ergebnis. Nach Auskunft der Konrektorin wurde der Kollege dann auch im November überprüft. So weit so gut. "Wir gingen alle davon aus, dass wir eine didaktische Leitung bekommen", so Cochu.
            Doch jetzt erhielt der betroffene Lehrer eine Absage. Die Schule habe zu wenig Schüler, so die Begründung. Die Irritation in Nordkehdingen ist groß: "Wir haben die Landesschulbehörde stets über die Entwicklung der Schülerzahlen informiert", berichtete die zuständige Hauptamtsleiterin Erika Hatecke kürzlich dem Schulausschuss. "Wieso lässt man den Kollegen die ganze Prozedur mit Bewerbung und Überprüfung durchmachen, wenn ohnehin die Schülerzahl nicht ausreicht?", fragt die Konrektorin. 283 Kinder zählt derzeit die Schule, im ersten Schulhalbjahr, während das Bewerbungsverfahren lief, waren es 282 Kinder. "Das war bekannt", so Cochu.
           Das ist nicht besonders glücklich gelaufen", gibt die Pressesprecherin der Landesschulbehörde, Susanne Strätz, zu. Allerdings gebe es diese Schülergrenze und an die müsse sich die Landesschulbehörde halten. "Die Schülerzahlprognose ergab, dass der Schwellenwert von 288 Schülerinnen und Schülern knapp überschritten wurde", so die Behördensprecherin. Ein Blick in die Septemberstatistik des vergangenen Jahres habe dann gezeigt, dass die Oberschule Nordkehdingen nunmehr nur noch von 282 Schülerinnen und Schülern besucht werde. Eine Erklärung für die unterschiedlichen Schülerzahlen hat sie nicht.
        "Wenn die Schülerzahlen ansteigen, werden wir wieder miteinander ins Gespräch treten und eine schnelle Lösung finden." Nach ihren Informationen sei schon im kommenden Schuljahr mit 290 Schülern zu rechnen, im Schuljahr darauf gar mit 309.
      Die Samtgemeinde Nordkehdingen wird weiterhin die kreisweit tätige Beratungssstelle Lichtblick mit 500 Euro unterstützen. So die Empfehlung des Fachausschusses. (sh)

 
 
Didaktische Leitung

Die seit Sommer 2011 gegründeten Oberschulen in Niedersachsen erhalten ab einer Größe von 288 Schülerinnen und Schülern neben Rektor und Konrektor eine Didaktische Leitung. Für deren Arbeit werden bis zu sieben Unterrichtsstunden angerechnet. Zu den Aufgaben gehören die Entwicklung pädagogisch-didaktischer Konzepte und Differenzierungs- und Fördermodellen sowie der Entwurf von Grundsätzen zu Lernkontrollen und Leistungsbeurteilung, die Umsetzung eines pädagogischen Ganztagskonzeptes, die Koordinierung des fächer-und schulzweigübergreifenden Unterrichts, die Koordinierung und Reflexion der curricularen Gesamtplanung, die Vorbereitung und Durchführung von Fortbildungen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Schulen.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 23. Februar 2013.


 

 

Völlig erschöpft sind Demal Huskic, mit dem

vierjährige Amel auf dem Arm, die 13-jährige

Amela, der 16-jährige Ismet und Bahira Huskic

in Freiburg angekommen.

Familie Huskic wieder in Freiburg


Am Montag wollen die Eltern Behörden und Anwalt aufsuchen

FREIBURG. Völlig übermüdet ist am Sonnabendnachmittag die Familie Huskic wieder in Freiburg eingetroffen. Wie berichtet, war die Familie nach EU-Recht am Dienstag nach Belgien überstellt worden. Entgegen der bisherigen Informationen haben die deutschen Beamten die fünfköpfige Familie korrekt den belgischen Kollegen übergeben. Die haben sie jedoch dann am nächsten Bahnhof abgesetzt und sich selbst überlassen. Warum die Familie nun wieder zurückgekommen ist und wie es ihr in den vergangenen Tagen erging, lesen Sie am Montag im TAGEBLATT oder am Sonntagnachmittag auf www.tageblatt.de (sh).

 

Quelle: Stader Tageblatt, 17. Februar 2013.

Abgeholt in die Ungewissheit


Bosnische Familie wurde am Dienstag den belgischen Behörden überstellt - Traurige Minuten in Freiburg

FREIBURG. Punkt 6 Uhr am Dienstagmorgen wurde die Freiburger Familie Huskic von Polizeibeamten der Landesaufnahmebehörde abgeholt, um nach Belgien überstellt zu werden. Selbst ein Eilantrag auf aufschiebende Wirkung hatte nicht genützt. Das Stader Verwaltungsgericht lehnte ihn am Montagnachmittag ab. Das TAGEBLATT erlebte mit der Familie die letzte Stunde in ihrem Freiburger Zuhause.
      Um 5 Uhr morgens ist Freiburg in tiefe Dunkelheit gehüllt. Keine Straßenlaterne leuchtet, kein Licht in den Häusern. Nur im Haus Neuensteden 3, im Volksmund Armenhaus genannt, brennen unterm Dach Lampen am frühen Dienstagmorgen. Hier lebt seit anderthalb Jahren Familie Huskic. Sie ist früh aufgestanden. Um 6 Uhr soll sie von Beamten der Landesaufnahmebehörde abgeholt werden, um nach Belgien "überstellt" zu werden.
        Zwei Koffer sind gepackt, dazu Handgepäck. Der vierjährige Amel tobt durch die Wohnung. Im Wohnzimmer sitzt die 13-jährige Amela mit ihren Eltern Demal und Bahira Huskic und Nachbarn. Auch Saoussan Gül, eingebürgerte Deutsche mit libanesischen Wurzeln, ist da, die beste Freundin von Bahira. Kaffee wird angeboten, ein fast geselliges Beieinander. "Wir sind vorbereitet", sagt Vater Demal Huskic. Noch weiß er nicht, dass der Eilantrag seines Hamburger Anwalts auf aufschiebende Wirkung der Abschiebung am Montagnachmittag vom Stader Verfassungsgericht abgelehnt wurde. Er erfährt es von der TAGEBLATT-Redakteurin.
         Fassungslosigkeit. "Dass wussten wir nicht", sagt der 35-Jährige. Bahira übersetzt den Freunden. Auch hier Entsetzen. Minutenlang beherrscht erdrückendes Schweigen den Raum. "Der Anwalt hat uns gar nichts gesagt", sagt die 31-Jährige.
        Und plötzlich ist es real, das Warten. Tränen steigen Amela in die Augen. Sie läuft zu ihrem 16-jährigen Bruder Ismet, der mit Freunden im Kinderzimmer wartet, und erzählt ihm von der Ablehnung. Bahira und Demal sitzen beieinander auf einem Hocker und starren vor sich hin, immer wieder Kopfschütteln. "Was soll ich nur machen?", fragt der Familienvater, "ich will hier bleiben. Ich bin nie straffällig geworden. Zwei meiner Kinder sind in Deutschland geboren, und ich habe nichts in Bosnien."
      Er und seine Frau kamen vor etwa 20 Jahren als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland. In Göttingen lernten sie sich kennen und lieben. 1999, nach der Geburt Amelas in Stade, ging die Familie zum wiederholten Mal zurück nach Bosnien. "Wir durften hier nicht arbeiten", erklärt Bahira Huskic. Aber auch in der alten Heimat fassten sie keinen Fuß. Demal ist Roma und wurde von Gesellschaft und vom Schwiegervater in Bosnien verfolgt. So wollten sie vor anderthalb Jahren erneut ihr Glück in Deutschland versuchen. "Ein Freund nahm uns mit bis Belgien", erzählt der 35-Jährige. Mittellos wandte er sich an die dortigen Behörden, kam in ein Auffanglager, füllte einen Asylantrag aus. "Nur er hatte ein Interview, ohne Dolmetscher", sagt seine Frau.
         Der Asylantrag in Belgien war der fatale Fehler. Nach EU-Recht, dem "Dublin-Verfahren", ist das Land zuständig, in dem der erste Antrag gestellt wurde. Das gilt auch für alle Rechtsmittel. Deshalb lehnte am Montag das Stader Verwaltungsgericht den Eilantrag als nicht statthaft ab. Auch lägen keine humanitären Gründe für "einen Selbsteintritt" der Bundesrepublik vor, so der zuständige Richter Kai-Uwe Klinge. Selbsteintritt hieße, die Bundesrepublik würde die Zuständigkeit für den Asylantrag freiwillig übernehmen. "Wir haben auch keine Anhaltspunkte, dass in Belgien nicht alles korrekt läuft."
         "Wir wissen nicht, was uns erwartet", sagt Bahira am Dienstagmorgen, "wir haben Angst, gleich abgeschoben zu werden". "Was soll nur aus unseren Kindern werden?", klagt Demal, "mir geht es doch nur um die Kinder."
       Es klingelt. 5.30 Uhr. Zu früh für die Beamten. Marga Cochu kommt die Treppe hoch. Die Konrektorin der Freiburger Oberschule, wo Amela die vergangenen 18 Monate zur Schule ging, will ihrer Schülerin die letzte halbe Stunde in Freiburg beistehen. Gemeinsam mit Schülerschaft, der Schulsozialarbeiterin Marianne Baur-Uhlig und der Beratungslehrerin Simone Schönbeck hat sie alles Erdenkliche versucht, um die Behörden von der menschlichen Seite des juristischen Vorgangs zu überzeugen. In einer Mail an das Bundesamt verwies die Schule auf humanitäre Gründe für einen Selbsteintritt. Vergebens.
        Enttäuscht ist die Schulleitung von SPD-Landtagsabgeordneten Petra Tiemann. Vor einer Woche hat Cochu die Politikerin angemailt und um Hilfe gebeten. Bis Dienstagmorgen war keine Antwort angekommen. Stattdessen berichtet Tiemann am heutigen Mittwoch bei "Nordwestradio unterwegs" live aus dem Stader Hotel Einkehr über die Flüchtlingspolitik der neuen Landesregierung. Zu spät für Familie Huskic.
        Amela kuschelt sich an die Lehrerin. Ja, sie habe ein wenig geschlafen. Doch, sie sei sehr traurig. Wieder klingelt es. 5.50 Uhr. Jürgen Dubau, Mitarbeiter des Jugendzentrums, erscheint in der Wohnungstür. "Ich habe Schutzengel für deine Kinder mitgebracht", sagt er zu Demal und überreicht zudem einen Umschlag von den Freiburgern Jugendlichen. Sie alle hätten Ismet und Amela gerne hier behalten.
         Durch das geöffnete Fenster hört man das Schlagen von Autotüren. "Sind sie das?", fragt Demal. Punkt sechs Uhr klingelt es erneut an der Tür. Sechs Beamte betreten die Wohnung. "Alle, die nicht zur Familie gehören, verlassen bitte die Wohnung", so die Ansage. Familie Huskic trägt ihr Gepäck zusammen, der vierjährige Amel klammert sein Kuschelkissen an sich. Jetzt ist auch er ganz still. Fast lautlos kommen Eltern und Kinder die Treppe herunter. Letzte Umarmungen, das gegenseitige sich Versichern, dass Kontakt gehalten werde. Zwei VW-Busse warten auf die Familie. "Wollen Sie noch eine rauchen?", fragt ein Beamter nicht unfreundlich. "Nein, wir hatten alles", sagt Demal Huskic. Um 6.15 Uhr ist der Spuk vorbei. Die gerade angesprungene Straßenbeleuchtung kündigt einen neuen Tag in Freiburg an.
       TV-Aufnahmen von der letzten Stunde der Familie Huskic in Freiburg sehen sie bei "180 Sekunden aus der Region".

www.tageblatt.de (sh)

 

Quelle: Stader Tageblatt, 13. Februar 2013.

Schule kämpft weiterhin um Amela


Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angemailt

FREIBURG. Lehrer und Schüler der Freiburger Oberschule lassen nichts unversucht, um eine Überstellung der 13-jährigen Amela nach Belgien zu verhindern. Am Freitag mailte die Schule an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und bat, aufgrund humanitärer Gründe eine Überstellung aufzuschieben. Wie berichtet, ist das Mädchen aus Bosnien nach anderthalb Jahren in Freiburg gut integriert und eine gute Schülerin. Ihre Familie soll am Dienstag nach Belgien gebracht werden, wo sie vor der Einreise nach Deutschland einen Asylantrag gestellt hatte.
          Aus humanitären Gründen könnte die Bundesrepublik einen sogenannten Selbsteintritt in das Asylverfahren ausüben, also die Zuständigkeit freiwillig übernehmen. Dies wurde allerdings bereits vor einiger Zeit abgelehnt. Gegenüber dem TAGEBLATT schloss die Pressestelle des Bundesamtes zudem aus, dass die Familie Huskic in Freiburg verbleiben kann, während ihr Asylverfahren in Belgien geprüft wird.
    Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Kai Seefried, den die Schule ebenso wie die SPD-Abgeordnete Petra Tiemann um Unterstützung bat, sieht keine Chancen. Zwar sprach er im Innenministerium vor, erhielt aber dort die bereits bekannte Information, dass das Land nicht zuständig sei. Inzwischen hat der Erste Kreisrat Eckart Lantz das Bundesamt über das Engagement der Schülerschaft informiert. (sh)

 

Quelle: Stader Tageblatt, 9. Februar 2013.

 

 

Schülerinnen und Schüler der Freiburger Oberstufe

möchten, dass Amela (vorne Mitte) bleibt. Ihre

Klassensprecherinnen Lea Bernhard und Malina Sick,

links und rechts von ihr, haben mit allen anderen

Schülervertretern Unterschriften gesammelt.

Foto Helfferich.

 

Amela soll in Freiburg bleiben


Mitschüler sammeln Unterschriften gegen die "Überstellung" der 13-Jährigen - Vollzug wieder in den frühen Morgenstunden geplant

FREIBURG. "Wir möchten Amela hier behalten", sagt Lea Bernhard bestimmt. Die Klassensprecherin der 6b der Freiburger Oberschule mag die 13-jährige Mitschülerin. "Als sie im letzten Sommer weg war, hat uns etwas gefehlt." Amela Huskic, in Stade geborene Bosnierin, kann ihre Tage in Freiburg zählen. Ihre Familie soll am kommenden Dienstag nach Belgien überstellt werden. Ab 4 Uhr morgens soll sie sich "mit gepackten Koffern zur Abholung durch die Mitarbeiter des Landesaufnahmebehörde Niedersachsen bereithalten", heißt es im Schreiben der Landkreisverwaltung.
          Rechtlich scheint der Vorgang korrekt zu sein. Aber wie so häufig, spielt sich hier eine menschliche Tragödie ab. Daher hat die Freiburger Schülervertretung am Dienstag in aller Eile Unterschriften gegen die Überstellung gesammelt. Am Donnerstag werden sie um 13 Uhr die Liste Eckart Lantz, dem Ersten Kreisrat, übergeben. Der lenkte am Dienstag auf TAGEBLATT-Nachfrage ein, dass zumindest versucht wird, die Uhrzeit der "Überstellung" nach hinten zu verschieben. Denn darüber gibt es nach der nächtlichen Abschiebung in Schwinge im vergangenen August einen Kreistagsbeschluss.
        Die Geschichte der Familie ist vielschichtig. Mutter Bahira und Vater Demal kamen als jugendliche Flüchtlinge nach Deutschland, lernten sich in Göttingen kennen und lieben. Beide stammen aus Bosnien. Doch Demal Huskic ist Roma und gehört damit einer Minderheit in seiner Heimat an. Dennoch wollte das junge Paar in Bosnien neu anfangen. Doch als in Deutschland sozialisierte Jugendliche und Roma konnten sie in der alten Heimat nicht Fuß fassen. Hinzu kam, dass Bahiras Vater den Schwiegersohn nicht akzeptierte. "Er bedroht ihn, weil er Roma ist und hat uns immer wieder verfolgt", erzählt die 31-Jährige. Sie berichtet von gewalttätigen Auseinandersetzungen. "Wir mussten immer wieder vor ihm fliehen."

 

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Quelle: Stader Tageblatt, 6. Februar 2013.

Wenig Hoffnung für Amela


Freiburger Schüler fordern Landkreisverwaltung auf, sich für eine Ausnahmeregelung einzusetzen

FREIBURG/LANDKREIS. Wenig Hoffnung machte am Donnerstag der Erste Kreisrat Eckart Lantz den Schülervertretern der Freiburger Oberschule: Die Landkreisverwaltung habe keine Möglichkeiten, auf das Asylverfahren ihrer Mitschülerin Amela Huskic und deren Familie Einfluss zu nehmen. Auf Drängen der Schüler versprach er jedoch, das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über den Fall und die Initiative der Schulgemeinschaft zu informieren.
         "Ich will bitte hier bleiben", bat Amela mit Tränen in den Augen Eckart Lantz. Dem blieb nicht mehr, als der 13-Jährigen aus Bosnien alles Gute für ihre Zukunft zu wünschen und sie aufzufordern, auch in Belgien fleißig zu lernen.
          Mehr als eine Stunde hatte sich der Erste Kreisrat für die Schülervertretung (SV) aus Freiburg Zeit genommen. Sie überreichte ihm Unterschriftenlisten aller Klassen für ein Bleiberecht ihrer Mitschülerin und deren Familie. 267 von 283 Kindern hatten die Forderung unterzeichnet. "Das zeigt, dass Amela sich gut in eure Gemeinschaft eingefügt hat und dass Menschen aus anderen Ländern in Freiburg offen empfangen werden", bekannte Lantz. Aber es gebe Regeln für Asylverfahren und eine sei, dass diese Verfahren in dem Land bearbeitet würden, in dem die Familie den Antrag gestellt habe. Familie Huskic hat vor anderthalb Jahren in Belgien Asyl beantragt und soll daher am Dienstag dorthin "überstellt" werden (das TAGEBLATT berichtete).
          Mit solchen Formalien können sich freilich die Freunde der drei Kinder - vier, 13 und 16 Jahre alt - nicht zufriedengeben. "Regeln kann man doch ändern", sagte Schulsprecher Philipp Röndigs. Und Sibel Gül erwiderte: "Ich kann nicht verstehen, dass wir so viele Argumente dafür nennen, dass die Familie Huskic hier bleibt, und es wird auf diesem einen Punkt herumgehackt."
         Dass Amela integriert und eine fleißige Schülerin ist, die binnen kurzer Zeit Deutsch lernte, bestätigte die Konrektorin Martha Cochu; dass sie unter der drohenden Abschiebung leide und "panische" Angst vor dem Aufenthalt in dem belgischen Auffanglager habe, das sie bereits kenne, betonten SV-Lehrerin Simone Schönbeck und Schulsozialarbeiterin Marianne Baur-Uhlig. "Ich möchte unter solchen Umständen nicht aufwachsen", sagte Klassensprecherin Malina Sick, Amela habe über die schlimmen Zustände dort berichtet.
       "Es gibt doch humanitäre Gründe für Ausnahmen", drängte Baur-Uhlig. Sie könne nicht verstehen, dass ein Staat mit alarmierend rückläufigen Geburtenzahlen "Kinder, die unserem Land gut täten, abschiebt". Und sie fragt, ob es nicht möglich sei, dass Amela das Schuljahr noch in Freiburg zu Ende bringen könne.
          Dem hielt Lantz entgegen, dass der Landkreis in das Verfahren nicht eingreifen könne und dass die gesetzte Frist für die Überstellung im Februar ende. "Wir setzen nur um, was die Bundesbehörde vorgibt."
         Sathursan Tharmaseelan, Tamile mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung und Jugendleiter, forderte den Kreisrat auf, die Unterschriften an das zuständige Bundesamt weiterzuleiten und der Behörde mitzuteilen, "dass wir nach Freiräumen gefragt haben". Auch Jürgen Dubau, Sozialpädagoge und Betreuer des Nordkehdinger Jugendzentrums, drängte darauf, alle möglichen Spielräume auszuschöpfen, "auch die, die nur die Verwaltung kennt". Ob es die Möglichkeit gibt, die Zuständigkeit des Asylverfahrens in Belgien zu belassen und die Familie bis zur Entscheidung in Freiburg wohnen zu lassen, wird auf TAGEBLATT-Anfrage derzeit im Bundesamt geprüft.
           Viel Zeit bleibt nicht. Am Dienstag soll die Familie Huskic nach Belgien überstellt werden. Die Uhrzeit wurde auf Drängen der Landkreisverwaltung von 4 auf 6 Uhr verschoben. Damit folgt der Landkreis einem Kreistagsbeschluss, der nächtliche Abschiebungen ablehnt. (sh)

 

Quelle: Stader Tageblatt, 8. Februar 2013.

 

 

 

Ein gutes Team: Die Mütter und die Schüler "mit Herz und Muckis" (so Tim, links), die den Schulhof in Freiburg neu gestalten. Foto: Helferrich.

 

Neuer Schulhof wird eingeweiht

 

Mütter haben mit viel Zeit und einfachen Mitteln das Gelände neu gestaltet

 

NORDKEHDINGEN. Ein Jahr lang haben Eltern und Schüler der Oberschule Nordkehdingen geplant, geschraubt und angepackt, um den Schulhof des Schulzentrums schöner zu gestalten. Am Freitag, 14. September, soll er nun mit einem großen Fest eingeweiht werden.
          Mit 40 Leuten startete die Arbeitsgruppe. Geblieben ist ein harter Kern von sechs Müttern - und bei Bedarf deren Ehemännern - und drei Jungs "mit Herz und Muckis", so Tim. Das Team hatte zunächst bei den Schülerinnen und Schülern nachgefragt, was gewünscht wird. Das Problem: Es sollte möglichst wenig kosten. Doch das Team griff nach Bordmitteln, schleppte Apfelkisten und Mostfässer an und funktionierte sie zu Übertöpfen um, malerte und lasierte, um Vorhandenes zu verschönern und erhielt beim Bau eines Pavillons Unterstützung von der Jobelmannschule in Stade. Der soll künftig - mit Bänken und Tischen ausgestattet -als Freiluft-Klassenraum genutzt werden.
            Bei der Feier am Freitag werden 25 Mostfässer meistbietend versteigert. Das Geld geht in die weitere Umgestaltung des Schulhofes, ebenso der Erlös aus einer Tombola, für die Kehdinger Firmen gespendet haben.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 12. September 2012 (http://www.tageblatt.de/home_artikel,-Neuer-Schulhof-wird-eingeweiht-_arid,209135.html)

 

Siehe auch: Gallerie der Schulhofverschönerung.

 

 

 

 

Freiburger Schulen mit neuen Chefs


Rektorenzimmer von Oberschule und Astrid-Lindgren-Schule endlich wiederbesetzt - Ziele: Förderzentrum und Durchlässigkeit

NORDKEHDINGEN. Es hat gedauert. Doch rechtzeitig zum neuen Schuljahr haben die Oberschule Nordkehdingen und die Astrid-Lindgren-Förderschule (ALS) in Freiburg ihre Schulleiter. Beide - Oda Lade für die ALS und Peter Haupt für die Oberschule - sind mit ihren Schulen wohl vertraut, unterrichten seit vielen Jahren in Freiburg.
       Der 44-jährige Peter Haupt ist die Wunschbesetzung für Schulträger, Kollegium und seinen Vorgänger Jörg Petersen. Auch gab es keinen weiteren Bewerber. Dennoch blieb die Leitung der Schule mit 280 Schülern und 24 Lehrern ein halbes Jahr vakant.
        Der Lehrer für Sport, Geschichte und Erdkunde, der seit zehn Jahren zum Freiburger Kollegium gehört, bewarb sich, obwohl er Schulleitung in seiner Lebensplanung nicht vorgesehen hatte: "Aber mir ist es wichtig, dass die gute Atmosphäre, das kollegiale Miteinander und die gute pädagogische Arbeit an dieser Schule erhalten bleiben."
     Das "Freiburger Modell" war Vorreiter für die Oberschule in Niedersachsen mit ihren integrativen Ansätzen. In diese Richtung will der neue Rektor weiter arbeiten und weiter offene Unterrichtsformen entwickeln. So sollen übergreifenden Jahrgangsteams von je zwei Klassenstufen gebildet werden, in denen Kinder nach Bedarf für einzelne Fächer nach unten oder oben springen können; je nachdem, ob sie gefördert oder noch mehr gefordert werden müssen. Effektiveren Unterricht verspricht er sich zudem vom Doppelstundenmodell, bei dem die Fächer nur noch zweistündig unterrichtet werden. "Beides bedeutet viel Arbeit fürs Kollegium mit viel Austausch, aber es lohnt sich für die Schüler und für intensiveren Unterricht."
  Eine Schule im Umbruch hat Oda Lade übernommen. Inklusion und Regionales Integrationskonzept (RIK) haben dazu geführt, das die meisten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Schulen vor Ort unterrichtet werden. An der Freiburger Förderschule selbst lernen derzeit nur acht Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht an Regelschulen untergebracht wurden. Dennoch ist die 35-Jährige Chefin von zehn Kollegen, die an verschiedenen Schulen unterrichten, was einen hohen Verwaltungsaufwand zur Folge hat.
     Trotzdem hat sie sich für die Rektorenstelle beworben. Mit Verzögerung, weil sie sich zunächst unsicher war. Als dann eine Bewerbung vorlag und der Kollege bereits an die Schule wechselte, sah sie die Chance vertan. Doch dieser zog dann nach einem Gespräch seine Bewerbung zurück und machte den Weg für die Schulleiterin frei.
     Lades Traum für Freiburg wäre ein Beratungs- und Förderzentrum an der Schule, das Ergo-, Physio-, Lerntherapie und Logopädie im gewohnten Umfeld ermöglicht. "Die Nachmittagswelt der Kinder hat sich so verändert, sie bewegen sich nicht und sie können sich nicht konzentrieren, aber viele unserer Eltern sind nicht mobil, um zu Therapien zu fahren." Kunst- und Reittherapie gibt es schon an der Schule.

 

Quelle: Stader Tageblatt, 11. September 2012.

 

 

Der neue Dorfvogt des mittelalterlichen

Dorfes Op de Hörn und künftige Leiter

der Freiburger Oberschule Peter Haupt,

vor der Tischlerei. Foto Hamann

 

Es hämmert und klopft im Mittelalter


Fest in Balje zeigt Faszination des Dorfes Op de Hörn

Günter Hamann Balje/Hörne. Auch nach 16 Jahren hat das Mittelalterfest im Baljer Modelldorf Op de Hörn nichts von seiner Attraktivität verloren. Demnächst müssen aber die Gebäude des außerschulischen Lernortes saniert werden. Dafür braucht die Freiburger Oberschule Unterstützung.
Rund um die Kirche gruppierten sich acht Werkstätten, Kinder und Lehrer der Freiburger Oberschule präsentierten sich in historischen Gewändern und die mittelalterliche Musik der Gruppe Fleitenpieper sorgten für eine zauberhafte Stimmung.
       Der überaus gute Besuch war die Belohnung für die arbeitsintensive Vorbereitung, an der auch die Eltern der Fünftklässler beteiligt waren. Optimistisch blickt der neue Dorfvogt und künftige Leiter der Freiburger Oberschule Peter Haupt in die Zukunft, denn das gesamte Kollegium hat sich für den Erhalt dieses außerschulischen Lernortes, der auch durch eine Zusammenarbeit mit dem Stader Schwedenspeicher von Schulen aus dem Landkreis und darüber hinaus genutzt wird, ausgesprochen.
       Da von den Gründungsvätern Jörg Petersen nicht mehr dabei und Klaus-Dieter Melahn nur noch beratend tätig ist, war eine Neuausrichtung erforderlich. Als größte Herausforderung gilt die dringend erforderliche Sanierung der Gebäude, die erhebliche Kosten verursachen wird.
     Da werden die Mitgliedsbeiträge des mehr als 100 Personen zählenden Fördervereins und die Erlöse aus dem Fest zur Kostendeckung nicht ausreichen.
      Wer aber erlebt hat, mit welcher Freude die Kinder die mittelalterlichen Werkstätten, die Küche und die Bäckerei, in ihrem Dorf präsentierten, kann nur auf großzügige Spender hoffen. Bei dem Mittelalterfest waren mehr als 20 Lehrer der Freiburger Oberschule im Einsatz, aber auch die Eltern trugen durch ihre fleißige Mitarbeit zum Erfolg des Festes bei.

Quelle: Stader Tageblatt, 11. Juni 2012

Das alles macht sofort einen Sinn


Freiburger Schüler erleben Sozialstunden als Bereicherung - Hilfe bei Berufsorientierung

 

Susanne Helfferich

 

NORDKEHDINGEN. Die Sozialstunden kommen bei den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen der Oberschule Nordkehdingen gut an. "Die Hausaufgaben mit den Fünftklässlern machen ganz viel Spaß", erzählt etwa die 16-jährige Alissa Frühbote, "die freuen sich immer so, wenn sie mich sehen."
      Auch Justine Stoll, die im Werkunterricht der benachbarten Grundschule mithilft, hat gute Erfahrungen gesammelt. "Ich selbst werkle auch gerne, und das Tolle ist: Die Kinder tun das, was ich ihnen sage." Für die 15-Jährige wäre es daher durchaus denkbar, selbst Erzieherin zu werden.
       Ganz klar berufsorientiert ist der Einsatz der 15-jährigen Beeke Weiß: Sie macht schon seit der 7. Klasse Sanitätsdienst an der Schule - so auch jetzt als Sozialstunden - und hat bereits einen Ausbildungsplatz als medizinische Fachangestellte in der Tasche.
       Ganz neue Erfahrungen hat Ann-Cathrin Günther gemacht, die einmal pro Woche im Freiburger Altenheim hilft. "Ich spiele mit den alten Menschen oder lese ihnen vor oder gehe mit ihnen spazieren", erzählt die 14-Jährige. "Am Anfang war das schwierig, weil viele gar nicht reden und nur so am Tisch sitzen. Aber inzwischen sehe ich, dass sie sich freuen, wenn ich komme. Und es sind ja auch nicht nur alte Menschen da, sondern auch junge, die ganz arg krank sind."
     Viel Freude zurück erhält auch Stella Burowski. Die 16-Jährige möchte Visagistin werden, daher das Profil Gesundheit und Soziales. Aber jetzt tobt sie einmal pro Woche mit den Kleinen beim Kinderturnen des Baljer Sportvereins. "Das macht richtig Spaß."
    Eher aus der Not geboren ist die Wahl von Paulina Söhl und Chantal Müller. Die beiden Zehntklässlerinnen sind einmal pro Woche bei der Essenausgabe in der Mensa im Einsatz. "Mein Traum ist das nicht", sagt Chantal offen und ehrlich. Nach der Essensausgabe muss in der Schulküche aufgeräumt werden. "Zu Hause mache ich das nicht."
    Bisher hat Dineshkumar Shanmuganathan im benachbarten Jugendraum nach der Schule selbst gechillt. Jetzt kocht er dort Spaghetti oder spielt mit den Kindern im Rahmen seiner Sozialstunden. "Das ist kein großer Aufwand", sagt er, und es helfe eben den Jüngeren. Auch Alissa sieht das Konzept der Sozialstunden durchweg positiv: "Es ist doch toll, etwas zu tun, und man merkt sofort, es hat einen Sinn."

 

Quelle: Stader Tageblatt, 17. Februar 2012.

FreiBlog

Wir wünschen euch einen schönen und erfolgreichen Start in das neue Schuljahr!

Die Homepage ist ab dem 1. August online gestellt worden. Die Homepage wird nun stetig aktualisiert.

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